Die Menschen lesen weniger Zeitungen und bewegen sich immer mehr im Internet. Vor allem die Jungen. Sie sind mit den Vorteilen des neuen Mediums aufgewachsen und haben den Umgang damit von der Pike auf gelernt. Ein Zeitungsabo hat von ihnen dagegen kaum einer. Ziel war es also, junge, attraktive Zielgruppen für die „Welt kompakt“ zu begeistern sowie die Zeitung neu zu positionieren.
Die „WELT kompakt“ startete im Mai 2004 in Berlin als erste deutsche Qualitätszeitung im handlichen Tabloidformat. „WELT kompakt“ kombiniert die Vorzüge des Tabloids – Handlichkeit, Prägnanz, Modernität – mit den traditionellen Qualitäten einer Tageszeitung – Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit, Kontinuität. Die Inhalte von „WELT kompakt“ basieren auf dem Angebot der Tageszeitung „Die Welt“, werden jedoch dem eigenen konzeptionellen Ansatz angepasst.
Im Zuge der Social-Media-Offensive positionierte sich „WELT kompakt“ nicht als Konkurrenz, sondern als gedruckte Ergänzung zu Online-Medien. Sämtliche Berichterstattung wurde dazu mit dem Internet verknüpft. Eine Markenkampagne und Kooperationen begleiteten die Offensive. Bei der Redaktionsarbeit wurden neue Medien und Social Media konsequent und innovativ in die Berichterstattung eingebunden:
„WELT kompakt“ ist die erste Tageszeitung mit einem eigenen Internet-Ressort
- Facebook: Postings und Leserbriefe
- Twitter: Tweet des Tages, Twitteraccounts aller Redakteure
- Videos aus der Redaktion auf blip.tv, MySpace und YouTube
- Upload – die Social Media Kolumne
- „WELT kompakt“ ist als E-Paper und als App erhältlich
- QR-Codes, um direkt auf Weblinks zugreifen zu können
Die Jury lobte die „magazinige Machart“ und die „konsequente Ausrichtung auf eine junge Zielgruppe“. Auch die „Verbindung von on- und offline“ sei z.B. „durch Strichcodes gelungen.“
Die Finalisten
- BILD
Projekt: BILD – eine Redaktion, alle Kanäle
Unternehmen: Axel Springer AG
Aufgabe: Verzahnung der Print-, Online- und Mobil-Redaktionen in der Berichterstattung am Beispiel der Olympischen Winterspiele in Kanada.
Lösung: Neun Print- und Online-Redakteure berichteten gemeinsam live und multimedial aus Vancouver. - Lisa
Projekt: Schaffung neuer Erlösmodelle für die Marke Lisa
Unternehmen: Euro RSCG
Aufgabe: Geschäftsideen, die neue Erlösquellen erschließen und die Bindung zu den Leserinnen intensivieren.
Lösung: Entwicklung von „Lisa Freundeskreis“, der ersten Online-Word-of-Mouth-Plattform für Frauen in crossmedialer Verbindung mit einem Printtitel. - Reverse Konvergenz
Projekt: Reverse Konvergenz
Unternehmen: IDG Business Media
Aufgabe: Aufbau und Launch der Medienmarke „CFOworld“ von Online zu Print.
Lösung: Nach dem Start im Web im Oktober 2009 folgte im März 2010 das Print-Magazin „CFOworld“ als Quarterly mit einer Druckauflage von 20.000 Exemplaren. Der Break-Even wurde nach zwei Monaten erreicht. - Print umarmt Social Media
Projekt: Print umarmt Social Media
Unternehmen: Rhein-Zeitung (Mittelrhein-Verlag)
Aufgabe: Die Menschen aus dem Verbreitungsgebiet auch über das Internet erreichen und so die Reichweite erhöhen.
Lösung: Aufbau verschiedener Kanäle wie Twitter, Facebook und Wer-kennt-wen, um diese als Rückkanal der Leser zu nutzen und mit ihnen in den Dialog zu treten.
