Cribb Award – kress Kopf des Jahres
Gewinner: Stefan Raab
Als am 8. März 1999 bei ProSieben eine neue Show namens „TV total“ auf Sendung ging, hätte kaum einer darauf gewettet, dass sie fast zwölf Jahre später noch immer zu den Konstanten der TV-Unterhaltung zählen würde. Erst recht nicht darauf, dass ihr Moderator Stefan Raab zu einem der wichtigsten kreativen Köpfe und Innovatoren der Branche aufsteigen würde.
„Die deutsche Fernsehunterhaltung ohne Raab – undenkbar! Seine Inspiration ist längst zur Lebensader beider Systeme geworden“, befand die Jury des Deutschen Fernsehpreises 2010. Und die kress-Leser fällten ein eindeutiges Urteil: Raab ist der kress-Kopf des Jahres 2010, weil er die TV-Landschaft mit seinen Ideen und Initiativen geprägt hat wie niemand sonst. In diesem Jahr gelang ihm das Kunststück, öffentlich-rechtlich und privat, ARD und ProSieben unter eine Haube zu bringen. Mit „Unser Star für Oslo“ bescherte er den Deutschen Lena Meyer-Landrut – und den ersten Sieg beim Eurovision Song Contest seit 28 Jahren. Die Erfüllung der selbst gestellten „nationalen Aufgabe“ verschaffte dem 44-jährigen Entertainer und Produzenten endgültig jene breite Anerkennung, die er schon längst verdient hatte.
Mit seinem lukrativen Mini-Imperium innerhalb der Produktionsfirma Brainpool TV setzt Raab einer weit verbreiteten Mut- und Einfallslosigkeit immer neue Ideen entgegen. Sein Show-Format „Schlag den Raab“ ist der erfolgreichste deutsche TV-Export der Gegenwart und hat sich bislang in 16 Länder verkauft. Events wie „Wok-WM“, „Stock Car Crash Challenge“ oder „Bundesvision Song Contest“ haben einen festen Platz im Kalender junger Zielgruppen.
Hinter all der Kreativität steckt nach Raabs Angaben kein System: „Das sind zufällige Momente, in denen man erkennt, das etwas Potenzial hat“, verriet er im kress-Interview. „Ich glaube nicht, dass Ideen- und Formatentwicklung systematisch funktioniert.“
